Donnerstag, 27. Oktober 2011

Mes chères voisines

Darf ich vorstellen: diejenigen mit denen ich derzeit (neben Hanna und David, so wie den Tutoren und Mentoren) am meisten Kontakt habe: meine lieben und tollen Nachbarn. Hier kann ich z.B. typisch kamerunisch kochen lernen und Nathalie hat eigentlich immer ein offenes Ohr für mich, sowie etwas zu Essen im Kochtopf, wovon ich dann auch gleich eine große Portion aufessen muss ( sonst wäre es unhöfflich). So lerne ich die alltägliche Küche Kameruns kennen. Die Kinder sind wirklich süß und voller Ennergie, wollen mir alles zeigen, und jede Tüte oder Tasche gleich ganz genau inspizieren. Außerdem teilen sie mit mir ihre Kekse, bzw finden es ganz toll mich gleich damit zu füttern. Oder auch sich von mir füttern zu lassen :-D.





Anna, Yasmina ( die endlich keine Angst mehr vor mir hat) und Frederic





Nathalie :-)



( + zwei kleine Naseweiß die sich mit ins Bild gestohlen haben)

Adelaid


Liebe Grüße in die Welt, Lena

Sonntag, 23. Oktober 2011

Bilder zu den Rievkooche



Hanna bei den Vorbereitungen. Ja, wir sind schon fleißig ;-)




Der erste Versuch: Wir fanden der war gar nicht so schlecht.



Essen ist fertig."Rievkooche" mit selbstgemachtem Apfelkompott (im Glas, und so unglaublich lecker, das muss man auf jeden Fall öfter machen).







Guten Appetit, wer Hunger hat isst mit!




Und aus der Vogelperspektive: Oben --> Rievkooche; Unten --> selbstgemachtes Papayamus; Links --> unser Apfelkompott, natürlich auch selbstgemacht.

Liebe Grüße, Lena







Samstag, 22. Oktober 2011

Kölsch-kamerunisches Culture crossing ;-)

Da sitzt man mitten in Kamerun und fängt an zum ersten Mal so richtig die Küche des Rheinlandes zu entdecken.


Weil wir Deutschland ab und zu doch ein wenig ( oder auch mal ein wenig mehr) vermissen haben Hanna und ich heute mal zusammen "Rievkooche" gemacht.


Und dazu gabs dann als kleine kamerunische Komponente zusätzlich zum Apfelkompott noch Papayamus. Der Aufwand hat sich gelohnt, es war wirklich lecker. Und aufgrund der Menge können wir morgen wohl nochmal davon essen :-D.


Bilder folgen (sobald die verbindung wieder besser ist. Versprochen)

Liebe Grüße, Lena

Dienstag, 18. Oktober 2011

Endlich angekommen?!

Als ich heute mit Hanna meinen Nachhauseweg angetreten habe, konnte ich seit langem den Weg durch New Bell einigermaßen entspannt hinter mich bringen. Selbst das Lachen musste bzw. wollte ich mir nicht verkneifen. Leider ist es nämlich oft so, dass man lieber ein ernstes Gesicht aufsetzt, da man sich damit so manchen Spruch erspart.



Auch im Taxi konnten wir heute herzlich lachen und selbst Ndokoti hat ein wenig von seiner bedrückenden Atmosphäre verloren. Beim Obstkaufen an der Kreuzung werde ich immer wieder von den verkäuferinnen angesprochen, manchmal mit "ma soeur" was eine gewisse Vertrautheit vermittelt, und spätestens bei dem kleinen Jungen der lachend und klatschen neben seiner Mutter saß konnte sich das Glück das sich ganz langsam in meinem Bauch ausbreitete nicht mehr zurückhalten und musste einfach zu einem Lächeln anwachsen.



Mit dem Taxi in Ndogbong angekommen ging es dann noch schnell zum Brotkaufen nur um auf dem Rückweg zur Wohnung wieder vom Lächeln eines unglaublich niedlichen kleinen Mädchenens gefangen genommen zu werden.



Unten, am Anfang der nicht mehr asphaltierten Straße, wurde ich dann noch von einem Mädchen meines Alters angesprochen, von deren Mutter ich vor einiger Zeit etwas über einen Chor hier in der Nähe erfahren habe. Es ist wirklich schön, wenn man freundlich begrüßt wird, weil einen jemand erkennt. Meine liebe Nachberin Maria hat mich auch noch schnell gegrüßt und dann gings bei strahlendem Sonnenschein das letzte Stück den Hügel hoch.



Von solchen Tagen kann ich gut mehr vertragen :-). Da fühl ich mich ein bisschen ANGEKOMMEN



Viele liebe und grad sehr glückliche Grüße, Lena

Auch in Kamerun backen die Engel Plätzchen ;-)

Der wunderschöne Sonnenuntergang :-)


















Leider gabs danach dann das heftigste Gewitter das ich bisher hier erlebt habe. Der Wind hat die ganzen Mathearbeiten, die David gerade korrigiert hat vom Tisch gefegt und ich bin nass geworden obwohl unser Fenster ( vor dem ich immer im Sessel sitze) ein Vordach hat. So schnell ändert sich das Wetter hier.

Liebe Grüße, Lena

Sonntag, 16. Oktober 2011

Ergänzung

Fast drei Monate ist es jetzt schon her, dass ich im Post " Wie für mich gemacht..." von der Predigt, die ich in meinem letzten Gottesdienst in Deutschland gehört habe, erzählt habe.
Nun möchte ich mein Versprechen nachholen und denn Link, hinter dem man sich diese Predigt nocheinmal durchlesen kann, posten.
Hier ist er: http://predigtblog.blogspot.com/2011/10/sich-regen-bringt-segen.html
Liebe Grüße, Lena

Samstag, 15. Oktober 2011

Alltag

Ich wurde jetzt schon mehrmals gefragt, wie denn eigentlich mein Alltag hier in Douala aussieht. Da kann ich eigentlich gar nicht so viel Spannendes erzählen.


Um kurz nach 6 verlassen David und ich das Haus, um das erste Taxi in Richtung "Mobile Guinness" zu nehmen. Dort treffen wir Hanna, einen der Lehrer des Collège und seine drei Töchter um zusammen ein Taxi zur Schule zu nehmen ( ja man passt mit 7 Fahrgästen + Fahrer in ein taxi, sogar in einen Kleinwagen, ich bin auch jeden Morgen aufs neue erstaunt).Von 7 bis 15:30 Uhr ist arbeiten angesagt: Bibliothek, Deutschunterricht, Deutschclub. Danach ist Dienstags im Moment noch der Lehrerchor.


Ansonsten fahren wir manchmal noch kurz nach Akwa ( anderes Stadtviertel) um einzukaufen, aber die meisten Sachen bekommt man auch in der Nähe unserer Wohnung, so dass dies Fahrt nur ungefähr einmal die Woche nötig ist.


Abends koche ich oft noch, und manchmal, wenn ich grad Lust habe, wasche ich. Meistens verschiebe ich das jedoch lieber auf das Wochenende.


Ein paar Mal wahren wir Abends eine Limo ( hier "jus" genannt) trinken und etwas am Straßenstand essen. Oder bei jemandem aus dem Viertel eingeladen. Ab und zu gibts auch Besuch, jedoch noch eher selten.


Aber das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten wohl noch entwickeln. Es ist ja noch was Zeit.


Bis bald, Lena

Kleine Erfolge

Was ich im letzten Post leider vergessen habe: ENTSCHULDIGUNG. Ich habe wirklich lange nicht geschrieben, daher werden heute und morgen gleich mehrere Posteinträge erscheinen. Ich freu mich aber immer wieder zu hören, dass ungeduldig auf meinen nächsten Eintrag gewartet wird, also geht es jetzt noch ein wenig weiter.
Unser Arbeitsbereich ist zur Zeit vor allem die Bibliothek des Collège Evangélique de New Bell.
Die Hauptarbeitszeiten sind die beide großen Pausen. Aüßerhalb dieser Zeit putzen wir, ordnen die Bücher wieder oder registrieren neue Bücher.
In den Pausen kommt dann der große Ansturm (jedenfalls meistens). In der ersten, etwas kürzeren Pause kommen oft so um die 15-20 Kinder um zu lesen und Bücher auszuleihen. Einige davon sehen wir täglich und es ist immer schön wenn man merkt, dass man schon einige Kinder beim Namen kennt. In der zweiten Pause sind es dann oft bis zu 35 Kinder. Täglich werden um die 20 Bücher ausgeliehen, und ca. 5 neue Kinder registriert. Bisher haben wir es so auf eine zahl von ungefähr 270 registrierten Schülerinnen und Schülern gebracht. Das sind fast 10% der Gesamtschülerzahl und macht uns einigermaßen stolz.
Auch wenn wir hier im Grunde keine Lehrer sind, so kann man den Kindern doch einges beibringen, unter anderem rechtzeitig zu kommen, wenn sie ein Buch ausleihen wollen und nicht erst wenn es schon geklingelt hat. Das selbe gilt für das abholen der Büchereisausweise. Uns ist es außerdem wichtig, dass die Kinder uns nicht bloß den Befehl " Ma carte" an den Kopf werfen, sondern lernen uns zu sagen, dass sie ihre Karte haben möchten und dabei auch ihren Namen nennen, das macht das ganze für uns und für sie einfacher. Wenn ein Schüler uns dann beim dritten Mal auch noch ein Lächeln schenkt und fröhlich " A demain" sagt, haben Hanna und ich auch das Gefühl, dass wir mit unserer Arbeit etwas richtig machen.
Zwei Mal haben wir bisher auch einen der Deutschlehrer in die 5ieme begleitet. Diese Klasse ( mit etwa 90 Schülern) soll im nächsten Jahr entscheiden ob sie Deutsch oder Spanisch als Fremdsprache weiter lernen wollen. Daher bekommen sie in diesem Jahr eine kleine Einführung in beide Sprachen um sich besser entscheiden zu können. Durch die größe des Raumes und die Anzahl der Schüler ist eine laute Stimme erforderlich, und man hat das Gefühl heiser aus dem Unterricht zu gehen ( wohl dem Lehrer der "nur" 30 Schüler in seiner Klasse hat).
Bisher haben wir mit ihnen das "ABC-Lied" gelernt, das sie sehr begeistert mitsingen, sie können sagen wie sie heißen und bis 10 Zählen.
Noch mehr Deutsch gibt es dann im "Deutschclub". Dieser trifft sich jeden Mittwoch nach der Schule. Seit unserem ersten treffen vor zwei Wochen hat sich die Gruppe beinahe verdoppelt. Mit dem Programm wollen wir soweit wie möglich auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen, daher werden wir in den nächsten Wochen wohl vor allem singen, und auch Briefe schreiben, da einige bereits Brieffreunde in Deutschland haben. Besonders interressiert sie die Schülerinnen und Schüler auch an der Kultur Deutschlands und seinen Traditionen ( weiß vielleicht jemand einen typisch deutschen Tanz? Mir fällt dazu leider nicht wirklich etwas ein). So werden wir uns im Dezember auf jeden Fall mit Weihnachtsliedern, Weihnachtsbaum und Adventskranz beschäftigen und im Februar vermutlich mit Karneval.
Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter laufen wird.
Hanna leitet außerdem noch einen Judo- bzw Selbstverteidigungskurs für Mädchen aus der 6ieme ( die zwar auch anstrengend aber unglaublich niedlich sind).
Ich hab noch einen Ballettkurs in Planung, dafür muss jedoch erst die CD mit der Musik aus Deutschland ankommen, die aber mit de heute eintreffenden ersten Besuch mitgeschickt wurde. Es kann also bald losgehn.
Viele liebe Grüße, Lena

"The People's choice/ Le choix du peuple"???

Vor knapp 2 Wochen tauchten sie überall auf: große, blaue Plakate und Banner mit diesem Schriftzug ( ohne die Fragezeichen) und dem Konterfei des aktuellen Presidenten Kameruns Paul Biya. Knapp eine Woche vor den Wahlen also begann der große Wahlkampf. Von heute auf morgen erschienen überall Wahlplakate, zumeist nur in DIN A4, oder DIN A3, bis auf die oben beschriebenen. Diese füllten oft die ganz großen Tafeln.
Auch die Zeitungsberichte über die Wahlkampftouren durchs ganze Land waren größtenteils durch eine Person bestimmt.
Ansonsten stand vor allem ELECAM im Mittelpunkt. Diese Organisation war dafür zuständig, dass jeder der sich vorher eingeschrieben hatte auch seine Wählerkarte bekam, die ihm das Wählen erst möglich machte, und dass die Wahlen ruhig und fair ablaufen.
Dennoch, viele Kameruner haben erst gar nicht gewählt, für sie machte es oft einfach keinen Sinn, da man davon ausgeht der Gewinner stehe eh schon fest.
Was für uns Freiwillige besonders befremdlich war, war folgendes: obwohl uns immer wieder versichert wurde das es ruhig bleibe und nicht mit Unruhen gerechnet werde, wurden wir gleichzeitig gefragt ob wir Wasser- und Essensvorräte zu Hause hätten. Für uns ein eindeutiges Zeichen beunruhigt zu sein, hier jedoch ganz normal.
Zum Glück blieb jedoch alles ruhig.
Der nächste Freitag wird dann noch einmal entscheidend. Dann werden vermutlich die endgültigen Wahlergebnisse bekannt gegeben. Im Grunde sollten diese keinen Überraschen, trotzdem wird uns wieder geraten sich für den Notfall vorzubereiten und am folgenden Wochenende lieber nicht die Stadt zu verlassen, man kann ja nie wissen.
Währenddessen erscheinen in der Zeitung die ersten Stimmen, die verlangen die Wahlen ganz oder teilweise zu anulieren, da einige Wähler mehrmals gewählt haben sollen. Was an diesen Aussagen wahr ist, kann kaum einer sagen. Es ist zu vermuten, dass die Vorderungen kein Gehör finden.
Wir werden sehn.
In der Hoffnung das es weiterhin ruhig bleibt, und die Kameruner ihrer eigenen Beschreibung als friedliebendes Volk alle Ehre machen.
Viele liebe Grüße, Lena