Was ich im letzten Post leider vergessen habe: ENTSCHULDIGUNG. Ich habe wirklich lange nicht geschrieben, daher werden heute und morgen gleich mehrere Posteinträge erscheinen. Ich freu mich aber immer wieder zu hören, dass ungeduldig auf meinen nächsten Eintrag gewartet wird, also geht es jetzt noch ein wenig weiter.
Unser Arbeitsbereich ist zur Zeit vor allem die Bibliothek des Collège Evangélique de New Bell.
Die Hauptarbeitszeiten sind die beide großen Pausen. Aüßerhalb dieser Zeit putzen wir, ordnen die Bücher wieder oder registrieren neue Bücher.
In den Pausen kommt dann der große Ansturm (jedenfalls meistens). In der ersten, etwas kürzeren Pause kommen oft so um die 15-20 Kinder um zu lesen und Bücher auszuleihen. Einige davon sehen wir täglich und es ist immer schön wenn man merkt, dass man schon einige Kinder beim Namen kennt. In der zweiten Pause sind es dann oft bis zu 35 Kinder. Täglich werden um die 20 Bücher ausgeliehen, und ca. 5 neue Kinder registriert. Bisher haben wir es so auf eine zahl von ungefähr 270 registrierten Schülerinnen und Schülern gebracht. Das sind fast 10% der Gesamtschülerzahl und macht uns einigermaßen stolz.
Auch wenn wir hier im Grunde keine Lehrer sind, so kann man den Kindern doch einges beibringen, unter anderem rechtzeitig zu kommen, wenn sie ein Buch ausleihen wollen und nicht erst wenn es schon geklingelt hat. Das selbe gilt für das abholen der Büchereisausweise. Uns ist es außerdem wichtig, dass die Kinder uns nicht bloß den Befehl " Ma carte" an den Kopf werfen, sondern lernen uns zu sagen, dass sie ihre Karte haben möchten und dabei auch ihren Namen nennen, das macht das ganze für uns und für sie einfacher. Wenn ein Schüler uns dann beim dritten Mal auch noch ein Lächeln schenkt und fröhlich " A demain" sagt, haben Hanna und ich auch das Gefühl, dass wir mit unserer Arbeit etwas richtig machen.
Zwei Mal haben wir bisher auch einen der Deutschlehrer in die 5ieme begleitet. Diese Klasse ( mit etwa 90 Schülern) soll im nächsten Jahr entscheiden ob sie Deutsch oder Spanisch als Fremdsprache weiter lernen wollen. Daher bekommen sie in diesem Jahr eine kleine Einführung in beide Sprachen um sich besser entscheiden zu können. Durch die größe des Raumes und die Anzahl der Schüler ist eine laute Stimme erforderlich, und man hat das Gefühl heiser aus dem Unterricht zu gehen ( wohl dem Lehrer der "nur" 30 Schüler in seiner Klasse hat).
Bisher haben wir mit ihnen das "ABC-Lied" gelernt, das sie sehr begeistert mitsingen, sie können sagen wie sie heißen und bis 10 Zählen.
Noch mehr Deutsch gibt es dann im "Deutschclub". Dieser trifft sich jeden Mittwoch nach der Schule. Seit unserem ersten treffen vor zwei Wochen hat sich die Gruppe beinahe verdoppelt. Mit dem Programm wollen wir soweit wie möglich auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen, daher werden wir in den nächsten Wochen wohl vor allem singen, und auch Briefe schreiben, da einige bereits Brieffreunde in Deutschland haben. Besonders interressiert sie die Schülerinnen und Schüler auch an der Kultur Deutschlands und seinen Traditionen ( weiß vielleicht jemand einen typisch deutschen Tanz? Mir fällt dazu leider nicht wirklich etwas ein). So werden wir uns im Dezember auf jeden Fall mit Weihnachtsliedern, Weihnachtsbaum und Adventskranz beschäftigen und im Februar vermutlich mit Karneval.
Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter laufen wird.
Hanna leitet außerdem noch einen Judo- bzw Selbstverteidigungskurs für Mädchen aus der 6ieme ( die zwar auch anstrengend aber unglaublich niedlich sind).
Ich hab noch einen Ballettkurs in Planung, dafür muss jedoch erst die CD mit der Musik aus Deutschland ankommen, die aber mit de heute eintreffenden ersten Besuch mitgeschickt wurde. Es kann also bald losgehn.
Viele liebe Grüße, Lena