Einige die das hier lesen, haben vielleicht schon meine Rundmail gelesen. Für die ist dies nun eine Dopplung. Aber es gibt ja auch noch einige die den Blog, aber nicht die Rundmail lesen.
Am Freitag der vorletzten Woche waren Hanna, David und ich zu einer Hochzeit eingeladen. Einer der Angestellten der Schule hatte uns herzlich zu der Hochzeit seiner "kleinen Schwester" eingeladen. Er meinte das könnte für uns sehr schön sein so etwas mit zu erleben- womit er auch recht behalten sollte- vor allem, da sie einen Deutschen heirate.
Mit einer Stunde Verspätung machten wir uns gegen 13 Uhr an der Schule auf, Richtung Veranstalltungsort. Dieser befand sich in Bonaberi, dem Stadtviertel Doualas, das auf der anderen Seite der Wouribrücke liegt.
Dort angekommen, halfen wir kurz beim Aufbau der Musikanlage und dann hieß es zum ersten Mal warten. Das fiehl allerdings nicht wirklich schwer, da es sich um den schönsten Ort in ganz Douala handelte, den ich bisher gesehen habe. Man hatte fast den Eindruck man sei in einem Urlaubsparadies in der Karibik oder so gelandet: Palmen und Blumen überall, direkt am Ufer des Wouri auf dem die Fischer mit ihren Böötchen paddeln, oder Sand transportiert wird.
Als gegen 15 Uhr die Hochzeit beginnen sollte war außer uns noch keiner da. Erst gegen 15:30 bzw 16 Uhr trudelten die ersten Gäste ein.
Nach und nach füllten sich die Plätze, während es immer dunkler wurde, schließlich geht schon gegen 18 Uhr die Sonne unter. Vom Brautpaar war weiterhin keine Spur, dafür türmten sich über der Stadt die dunklen Wolken auf und Blitze begannen den Himmel zu erhellen.
Und dann hat uns das Gewitter doch erreicht, uns den Pavilion fast über dem Kopf weggepustet, sodass jeder eins, zwei Stühle unter den Arm geklemmt schnell in den Holzpavillion, der zum Gelände gehört, geflüchtet ist.
Dort trafen wir auch auf das Brautpaar. Das einzige Problem war nun, dass der Bürgermeister, der die Trauung leiten sollte noch immer auf der Brücke im Stau stand.
Manchmal scheint es hier als ob das Lösen eines Problems gleich das nächste heraufbeschwöre. So fiehl, als der Bürgermeister dann endlich da war, der Strom aus.
Wenn ich mir eine deutsche Hochzeitsgesellschaft vorstelle würde nun vermutlich folgendes passieren: die Braut wäre in Tränen ausgebrochen, der Bräutigam wütend und die Gäste generft, da sie schon über 4 Stunden warten mussten und kurz davor zu gehen.
Hier passierte folgendes: im Licht einiger Handys wurden Getränke verteilt, die Gäste unterhileten sich fröhlich und warteteten bis einige Kerzen besorgt waren und die trauung mit 6 Stunden Verspätung beginnen konnte.
Dann ging es los. Pünktlich zum " Hiermit erkläre ich euch..." ging das Licht wieder an.
Nun konnte der entspanntere Teil des Abends beginnen. Es gab ein Buffett mit einigen typisch kamerunischen Gerichten, eine tolle Hochzeitstorte, von der ich leider nicht sagen kann wie sie geschmeckt hat, denn zu diesem Zeitpunkt waren wir schon am Tanzen. Einfach mittendrinn. Mit toller Musik, unterm Sternenhimmel, am Flussufer und in netter Gesellschaft. Ein perfekter Abend, so einer von der Sorte, der am liebsten niemals Enden sollte.
Gegen 2 Uhr nachts hat er das dann aber doch.
Rundumglücklich ging es ab ins Bett.
Liebste Grüße, Lena
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen